Oliver Salten
    Vasallität und Benefizialwesen
    Studien zur Entwicklung personaler und dinglicher Beziehungen 
    im frühen Mittelalter

Das Problem der Bedeutung von Vasallität und Benefizialwesen im frühen Mittelalter ist seit einigen Jahren Gegenstand einer intensiven Diskussion. Ausgehend von der Dekonstruktion des früheren Modells einer lehnstechnisch durchstrukturierten Gesellschaft im karolingischen Frankenreich, ist es bislang nicht gelungen, eine klare Vorstellung davon zu gewinnen, in welchem Maße Abhängigkeitsbeziehungen und Landvergaben als konstituierende Elemente des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu gelten haben. Der Autor fragt vor diesem Hintergrund, wie sehr die Vasallität im 9. Jahrhundert tatsächlich die gesellschaftlichen und politischen Verbindungen bestimmt hat und welche Rolle die Benefizialleihe dabei spielte. Ausgehend von der Überlegung, mit welcher Terminologie die personalen Beziehungen belegt wurden und wer tatsächlich als Vasall zu gelten hat, werden die Quellen umfassend nach Aspekten der Vasallität befragt und dabei auch regionale Aspekte mit einbezogen. Im zweiten Teil der Arbeit wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Quellengattungen die Frage nach den Gründen der Vergabe von Benefizien aufgeworfen und in diesem Rahmen auch das Verhältnis zur Vasallität neu beleuchtet.

    texte zur historischen forschung und lehre (thfl), Band 1
    X + 476 Seiten, 21 x 14,8 cm, br, ISBN 978-3-88120-870-3, 36,80 Euro