Horst Hischer

Was sind und was sollen
Medien, Netze und Vernetzungen?

Vernetzung als Medium zur Weltaneignung
Franzbecker, Hildesheim, 2010
ISBN 978-
3-88120-807-9 , 242 Seiten, br., 19,80 Euro

„Medien“, „Netze“, und „Vernetzungen“ sind beliebte Termini in Politik, Presse und Wissenschaft, wenngleich oft nicht in der ihnen gebührenden Rolle präzisierbarer Fachbegriffe, sondern eher im Sinne von Alltagsbegriffen. Für den pädagogisch-didaktischen Kontext werden daher in diesem Buch mögliche Begriffsbestimmungen entwickelt und zugleich zur Diskussion gestellt:
Ein Netz kann in diesem Kontext nicht nur als Graph im Sinne der mathematischen Graphentheorie beschrieben werden, vielmehr ist es als komplexes Zusammenspiel aus Bestandteilen, Benutzern und Betrachtern aufzufassen, wobei diese Bestandteile einen Netzwerk genannten Graphen bilden, der im idealtypischen Fall ein Netzgraph ist. Für die quantitative Bewertung der Vernetzungsgüte eines Netzwerks werden seit Mitte der 1990er Jahre in der sog. Netzwerktheorie unterschiedliche Vernetzungsgradmaße diskutiert, und diese haben wichtige Einsichten in reale Vernetzungsprozesse ermöglicht.
Medien begegnen uns im pädagogisch-didaktischen Kontext in vielfältiger Weise: als Vermittler von Kultur, als dargestellte Kultur, als Werkzeuge oder Hilfsmittel zur Weltaneignung, als künstliche Sinnesorgane und als Umgebungen bei Handlungen - kurz: in und mit Medien setzt der lernende und erkennende Mensch seine Welt und sich selbst in Szene. In dieser Aspektvielfalt von Medien erweist sich schließlich Vernetzung als ein Medium zur Weltaneignung.

Prof. Dr. rer. nat. Dr. phil. habil. Horst Hischer, von 2000 bis 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Mathematik und ihre Didaktik an der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität des Saarlandes. Hauptarbeitsgebiete: Mathematikunterricht in seinen Verflechtungen mit Allgemeinbildung, mit Informatik, mit Neuen Medien und mit Geschichte der Mathematik.    

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